Soeben habe ich den Solomodus von Portal 2 durchgespielt. Nun eine kleine Zusammenfassung, so lange die Eindrücke noch frisch sind.
Der letzte Bosskampf und der Abspann sind mindestens so gut wie im ersten Teil, eher noch etwas besser. Ebenso der beeindruckend gute Start des Spiels. Der (deutlich längere) Mittelteil des Spiels hingegen kann es leider nicht mit dem ersten Teil aufnehmen. Sicher: man bekommt mehr Rätsel, mehr Handlung und die Hintergründe der Firma werden gut erklärt. Alles ist in sich sehr stimmig, wären da nicht einige Stellen, die sich wie ein Kaugummi ziehen. Irgend wann nervt es, im "freien" Gebiet den richtigen Weg zu finden. Wenn dabei noch lustige Dinge erzählt werden, geht es, aber zwischenzeitlich ist die Luft, trotz neuer Spielelemente, raus.
Neben den Portalen, den Knöpfen und den Kisten gibt es nun Laser, die sich mit einem Würfel (mit Spiegel) umlenken lassen. Dafür wurden die Energiegeschosse gestrichen, was im ersten Teil ohnehin etwas nervig war. Außerdem gibt es nun Laufbänder aus Licht und Transportröhren aus einem Gravitationsstrahl, die sich beide mit Portalen umlenken lassen. Zu guter letzt gibt es drei Arten von Geel. Blau zum springen, Orange zum Rennen und Weiß, um auf Flächen Portale zu öffnen, wo vorher keine Portale möglich waren. Das Geel lässt sich auch weiter transportieren, was interessante Kombinationen und Rätsel zulässt. Im Ganzen wurde die Spielmechanik sinnvoll erweitert, auch wenn das weiße Geel, außer im Bosskampf, zu aufgesetzt wirkt.
Neben den Leerläufen nerven auch die vielen Stellen, an denen das Spiel nachgeladen wird. Vor allem, wenn man flieht, ist eine Unterbrechung durch ein Nachladen nicht dienlich. Außerdem wäre es durchaus sinnvoll gewesen, wenn in solchen Szenen die Hauptfigur rennen könnte. Statt dessen schleicht sie wie immer durch die Gänge. Da geht viel Atmosphäre flöten.
An der Kritik merkt man aber, dass es Jammern auf ganz hohem Niveau ist. Trotz der kleinen Macken ist Portal 2 ein großartiges Spiel, aber der erste Teil reizt mich einfach mehr. Dennoch: Danke Valve!