Gibt es einen Fußballgott?

Fußball

Tagebucheintrag, Samstag 15:00 Uhr: "Liebes Tagebuch,in einer halben Stunde beginnt das Spiel, DAS Spiel! Dieses Spiel wird alles entscheidenund ich habe schon alles vorbereitet. Die Kerzen stehen auf dem Tisch, das Weihwasser (Bier)im Kühlschrank und zu Mittag habe ich eine Bockwurst geopfert. Ich hoffe der Fußballgott hat das gesehen und wenn ja, kann eigentlich nichts mehr schief gehen."

15:30 Uhr: "Es ist soweit, die Spiele beginnen und nach meinen Vorbereitungen müsste jetzt auch der Fußballgott einlenken. Wenn wir die Meisterschaft gewinnen, dann baue ich einen Altar für ihn, wir müssen den Titel schließlich verteidigen."

Spät am Abend: "Ich bin am Ende, liebes Tagebuch. Die Meisterschaft war schon sicher, aber dann, in der 94. Minute machen diese komischen Gestalten aus dem Süden doch noch ein Tor. Alle Opfer die ich gemacht habe, alle Gebete, Kerzen und Bierdosen haben nichts gebracht. Selbst meinen Schahl habe ich mit den königsblauen Franzen in Richtung Westen gelegt, aber es hat nichts gebracht. Es gibt keinen Fußballgott!"

So, oder so ähnlich sind die Erlebnisse fanatischer, vielleicht sogar unheilbar kranker Menschen. Bei Millionen von Anhängern alleine in Deutschland stellt man sich die Frage ob es wirklich einen Fußballgott gibt und wenn ja, wie sieht er dann eigentlich aus? Schauen wir uns einmal die Situation in Deutschland an. Fast jede größere Stadt hat ein eigenes Stadion (zu Neudeutsch "Arena") mit einem eigenen, meist mehr oder weniger erfolgreichen Verein. Hier versammeln sich die Gläubiger und halten 90 minütige Gottesdienste mit einer 15 minütigen Unterbrechung. Dabei werden Opfer durch saftige Blutgrätschen und Schienbeinbrüche gebracht. Gerüchten zufolge gab es bis anfang des zwanzigsten Jahrhunderts noch Spiele bei denen Jungfrauen geopfert wurden, diese sind aber nie bestetigt worden.

Der Fanatismus kennt keine Grenzen und so trieb es auch der Verein Schalke 04 kürlich auf die Spitze. Unsummen wurden für die neue "Arena" ausgegeben und für den guten Glauben wurde auch eine Kapelle gebaut und zwei Priester eingestellt. Bei Schalke hat sich auch eine eigene Sprachkultur entwickelt, man sagt da zum Beispiel nicht "in" Schalke sondern "auf" Schalke.

Auch in München beim FC Bayern herschen seltsame Sitten. Das Schnupfen von Taback und das essen einer sehr blassen Wurst sind dabei nur nebensächliche Kleinigkeiten. Sehr auffallend hingegen ist die Kleidung. Die Männer laufen meist in Lederhosen herum. Man munkelt, das Leder für dieses Kleidungsstück sei aus der Haut von Menschen, genauer gesagt von der Haut der besiegten Mannschaft. Beweise dafür gibt es noch keine, fest steht aber, dass ein echter Bayer seine Lederhose selber macht.

Nachdem die Beweise für einen Fußballgott gibt, stell sich natürlich auch die Frage nach der Gesinnung. Wir in der Redaktion haben unzählige Spiele überwacht, analysiert und kamen auch zu einem eindeutigen Ergebniss. In erster Linie ist der Fußballgott ein Fan der deutschen Nationalmannschaft. Wie auch sonst kann man Erfolg durch Unfähigkeit erklären? Das wir die WM 2002 trotz Fußballgottgesinnung nicht gewonnen haben lässt sich nur so erklären:

Es gibt auch einen Fußballsatan der nunmal ein Fan von Brasilien ist. Diese beten ihn übrigens durch Voodoo Zauber an. Gott hatte im Finale einfach einen schlechten Tag, weil er schon den ganzen Monat im Einsatz war, damit es die Nationalelf auch wirklich bis ins Finale schafft. Fußballsatan hingegen konnte sich für das Finale ausruhen, er musste lediglich ein paar Schiedsrichter beeinflussen.

Fußblallgott ist nicht nur ein Fan von Deutschland, sondern vor allem ein Fan vom FCB. Wie auch sonst kann man sich solche Dinge wie ein Tor in der 94. Minute erklären? Warum das so ist, erscheint im ersten Moment fraglich. Haben die Bayern die besten Methoden einen Gott für sich zu gewinnen? Liebt Gott wirklich nur die einfachen und dummen Menschen? Wenn man sich mit Religion etwas auseinander setzt findet man die Antwort.

In alt mythischen Geschichten von einem vergessenen Glauben der früher "Christentum" genannt wurde, findet man die Antwort. Dort ist die Rede von einem Mann namens Jesus. Dieser Mann soll Gottes Sohn gewesen sein. Auch im Fußball gibt es einen Sohn Gottes und er Spielt in der deutschen Nationalelf und beim FCB. Es handelt sich um Olliver Kahn, der, wie auch einst dieser Jesus, mit seinen Händen Wunder bewirkt. Dies erklärt somit alles, weil ein liebender Vater natürlich für den Erfolg seines Sohne sorgen will.

Am Ende bleibt noch die Frage nach dem Aussehen von diesem Gott. Wir können es nur vermuten, aber wir sind uns ziemlich sicher das es sich hierbei um einen dicken Mann handelt der in einem Bierfass sitzt und eine FCB Kappe auf hat. Dabei schaut er genüsslich Premiere und raucht hin und wieder eine Zigarre, wenn auch nur eine ganz kleine.

 

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